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Unser pädagogischer Alltag

Das pädagogische Team besteht pro Klasse aus zwei Personen: in der Oberstufe aus zwei Lehrer/innen, in Mittel- und Grundstufe aus einem Lehrer/einer Lehrerin sowie einer Erzieherin. Weitere Pädagoginnen stehen für den Fachunterricht (Fremdsprachen, Musik, Kunst, Sport, Religion/Ethik etc.) sowie für die Nachmittagsbetreuung bereit.

Die Sollstärke einer Klasse liegt bei 25 Kindern, geringe Abweichungen nach unten oder oben sind aus organisatorischen Gründen möglich.

Zu Maria Montessoris pädagogischem Konzept gehört die Jahrgangsmischung:

  • Grundstufe: Klassen 1 - 3
  • Mittelstufe: Klassen 4 – 6
  • Oberstufe: Klassen 7/8 und 9/10

Freiarbeit: individuelle Entwicklung in vorbereiteter Umgebung

Kern- und Herzstück unserer Arbeit und zugleich augenfälligster Unterschied zur Regelschule ist die Freiarbeit. In altersgemischten Klassen und einer vorbereiteten Umgebung hat das Kind die Möglichkeit, Fähigkeiten, Einstellungen und Haltungen zu erwerben, die dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule entsprechen. Dazu benötigt es vielfältiges Material, das nach den Kriterien Maria Montessoris entwickelt wurde, seinen Wissens- und Entwicklungsdrang befriedigt und ein eigenständiges Lernen ermöglicht. Das Kind wählt seine Arbeit und folgt seinem Lern-Rhythmus weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich. Dabei stehen ihm während der Freiarbeit immer zwei Pädagogen zur Seite, die auf seine Bedürfnisse eingehen und ihm immer wieder neue Anreize zu seiner persönlichen Weiterentwicklung geben. Die Freiarbeit wird von den Schülern täglich im Tagebuch dokumentiert und reflektiert. Ab der Mittelstufe erhalten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schuljahres ein Pensenbuch, in dem die zu erarbeitenden Inhalte entsprechend dem staatlichen Rahmenplan aufgelistet sind und der Lernfortschritt dokumentiert werden kann.

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Fachunterricht: breite neigungsorientierte Auswahl

Einen zweiten Schwerpunkt neben der Freiarbeit stellt die Angebotszeit dar, in der gebundener Fachunterricht abgehalten wird. Dieser Unterrichtsteil bezieht sich mit unterschiedlichen Themenangeboten im Wesentlichen auf die fremdsprachlichen, musikalisch/künstlerischen, handwerklichen, religiösen und sportlichen Bereiche. Gegebenenfalls werden sie durch weitere Angebote aus den Bereichen Mathematik, Sprache und Kosmische Erziehung (naturwissenschaftlicher Bereich) ergänzt. Während der Angebotszeit ist der Klassenverbund aufgehoben; für die Kinder ergibt sich damit die Gelegenheit, in veränderten klassenübergreifenden Gruppenkonstellationen mit 12 bis 17 Teilnehmern zu arbeiten.

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Referate: bereits ab der 1. Klasse, ab der 5. Klasse auch fremdsprachig

Bereits ab dem ersten Schuljahr besteht für die Schüler die Möglichkeit, Referate zu erarbeiten und diese im Klassenverband zu präsentieren. Sie können in Einzel- oder Partnerarbeit während der Freiarbeit und/oder zu Hause vorbereitet werden. Dabei wählen sich die Schülerinnen und Schüler selbst ein Thema aus, bestimmen den Beginn der Arbeit und vereinbaren mit der Lehrkraft einen Termin für den Abschluss bzw. den eigentlichen Vortrag.

Spätestens ab der 5. Klasse halten unsere Schüler-/innen Referate auch auf Englisch. Die Themen werden mit der Fachlehrkraft besprochen und zum vereinbarten Termin vor der Englisch-Gruppe präsentiert.

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Hausaufgaben: nicht notwendigerweise

Eines der wichtigsten Prinzipien der Montessori-Pädagogik ist die freie Wahl der Arbeit. Die Kinder können sich ihre Aufgabe aus der vorbereiteten Umgebung wählen und selbst entscheiden, wie lange, mit wem und wo sie sich mit diesem Lerngegenstand beschäftigen. Dies sollte im Sinne der Erziehungskontinuität auch zuhause so gehandhabt werden. Deshalb gibt es an unserer Schule überwiegend freiwillige, vom Kind gewählte und gewollte „Hausaufgaben“.

Regelmäßige allgemeine und verpflichtende Hausaufgaben gibt es erst ab der neunten Klasse und vor der 9. Klasse nur im Fremdsprachenunterricht. Zu den freiwilligen Hausaufgaben können beispielsweise das Erarbeiten von Referaten, Buchvorstellungen und Vorträgen, das Üben und Festigen von noch unsicheren Inhalten in Mathematik und Deutsch und das Erlernen und Wiederholen von Fremdsprachenkenntnissen zählen.

Wenn die Schülerinnen und Schüler nach Absprache mit der Lehrkraft Arbeiten mit nach Hause nehmen, sollten sie diese zügig wieder mitbringen und der Lehrkraft präsentieren, die diese dann wahrnimmt und wertschätzt bzw. mit dem Kind bespricht. Auch selbst motivierte und schulunabhängige Arbeiten können die Kinder gerne der Lehrkraft zeigen.

Ausnahmsweise können in Absprache mit dem Kind, den Eltern und dem Klassenteam auf einen bestimmten Zeitraum begrenzte, zielgerichtete Aufgaben zur Übung bestimmter Fertigkeiten vereinbart werden. Dies geschieht aber nur in besonderen und begründeten Einzelfällen, wobei die Selbstbestimmung des Kindes nicht außer Acht gelassen werden darf.

Unter häuslicher Arbeit verstehen wir auch die selbstverständliche Mithilfe im Haushalt. Jedes Kind sollte in der Familie altersgemäße Aufgaben selbstständig, eigenverantwortlich und regelmäßig übernehmen.

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Fremdsprachen

Englisch

Englisch wird als erste Fremdsprache ab der ersten Klasse vermittelt. Unsere Fachlehrerinnen halten den Unterricht möglichst durchgehend in ihrer Muttersprache Englisch ab und vermeiden zusammenhangloses, isoliertes Lernen. Durch landeskundliche Themen aus dem englischen Sprachraum bieten wir den Kindern geografische und soziologische Informationen an, die oft zu Referaten anregen.

Das „Storytelling“ – das „Geschichten erzählen“ –, das Verstehen und Nachempfinden ist uns ein wichtiges Anliegen.

Französisch

Zweite – fakultative – Fremdsprache ist Französisch ab der 5. Klasse.

Spanisch

Im Nachmittagsangebot ab der 3. Klasse wird Spanisch angeboten.

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Musisch-ästhetischer Schwerpunkt

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Montessori-Schule Augsburg auf den musisch-ästhetischen Bereich. Vielfältige musikalische Aktivitäten finden im Rahmen der Angebote statt, sodass sich hier jedes Kind musikalisch ausprobieren und ausdrücken kann, sei es im Chor, in Percussiongruppen oder in der Musicalgruppe. Auch am Nachmittag gibt es Angebote wie die Schulband oder Flöten-, Geigen- und Klavierunterricht sowie weitere wechselnde Musikangebote.

Im Musikunterricht hat neben dem aktiven Musizieren auch die Vermittlung theoretischer Kenntnisse einen hohen Stellenwert, immer verbunden mit einem starken Bezug zur musikalischen Praxis.

Der Besuch von Kinder- und Jugendkonzerten oder einer Kinderoper, Musiker, die in die Schule kommen, um ihr Instrument vorzustellen, sowie Projekte (zum Beispiel im Rahmen von MEHR MUSIK!) ermöglichen den Schülerinnen und Schülern weitere nachhaltige musikalische Erlebnisse und Erfahrungen.

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Leistungsbewertung und Zeugnisse: ja, aber anders

An der Montessori-Schule Augsburg gibt es keine Noten. Natürlich benötigen die Schülerinnen und Schüler aber wie in der Regelschule eine zeitnahe Rückmeldung über ihre individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte. Dementsprechend erhalten sie jeweils zum Halbjahr und zum Schuljahresende „Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess“ (IzEL). Im Vergleich zu den Regelschulzeugnissen sind diese IzEL wesentlich umfangreicher und differenzierter. Sie basieren auf der genauen Beobachtungsarbeit der Lehrkräfte, die während des Schuljahres für jedes Kind detaillierte schriftliche Aufzeichnungen führen. Die IzEL sind eine Zusammenfassung dessen, was das Kind sich erarbeitet hat. Gleichzeitig sollen sie dazu ermutigen und ermuntern, Angefangenes zu vertiefen, Neues zu entdecken und sich auf Unliebsames einzulassen. Weil die Lehrkräfte sowohl mit den Schülerinnen und Schülern wie auch mit den Eltern kontinuierlich im Gespräch bleiben, sind die IzEL letztlich nur ein Resümee dessen, womit die Beteiligten ohnehin schon vertraut sind – auch und gerade, wenn es um Verhaltensauffälligkeiten oder Lernschwankungen geht.

Zensuren und Bewertungen vermindern Motivation und Interesse. Wenn die Schülerinnen und Schüler sich etwas mit Erfolg selbst erarbeitet haben, dann ist dieser erfolgreiche Abschluss die beste Basis für ein solides Selbstwertgefühl. Zur Lösung einer Aufgabe gehört ganz wesentlich das Fehler-Machen-Dürfen: Selbstbewertung durch selbstständiges Erkennen und Kontrollieren von Fehlern ist nicht nur ein Grundsatz der Montessori-Pädagogik, sondern auch ein zentrales Kennzeichen des didaktischen Montessori-Materials, das stets eine eingebaute Fehlerkontrolle enthält, um sich selbst prüfen zu können und nicht auf die Anerkennung von außen angewiesen zu sein.

Going-Out: Besuch außerschulischer Lernorte

"Going out" der Erde-Klasse
"Going out" der Erde-Klasse

Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist ein tragendes Prinzip der Montessori-Pädagogik.

Regelmäßig gibt es daher für alle Klassen so genannte „Going Out“-Tage, die die Gelegenheit zum forschenden und erprobenden Lernen an Orten außerhalb der Schule bieten.

Die Lektüre eines Buches wird beim Besuch einer Theateraufführung lebendig, im Deutschen Museum in München wird das Gesetz der Schwerkraft plastisch erfahrbar, das Klassenthema „Steine und Mineralien“ wird durch eine naturkundliche Führung ergänzt, Fossilien werden im Steinbruch (an)fassbar, in einer Ausstellung kann man selbst einen Baselitz nachzeichnen, beim Imker die Arbeit der Bienen erleben, im Klärwerk den Wert des Wassers kennen lernen. Die Exkursionsziele und -inhalte richten sich nach dem jeweiligen Themenschwerpunkt oder auch nach dem aktuellen Theater- und Ausstellungsprogramm in Augsburg und der Region – „Heimat- und Sachkunde“ als Erlebnis mit allen Sinnen.

Bereits ab der Grundstufe nehmen die Schülerinnen und Schüler die Verantwortung für die Vorbereitung, Planung, Organisation und Nachbereitung mehr und mehr selbst in die Hand.

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Schullandheim: ab der 1. Klasse

Grenzen überwinden
Grenzen überwinden
gemeinsam entdecken
gemeinsam entdecken

Jedes Jahr verbringen die Schülerinnen und Schüler unserer Schule vier bis fünf Tage im Schullandheim – bereits die Erstklässler.

Auch hier steht das angewandte, ganzheitliche Lernen im Vordergrund. Fern der Familie wächst die Klassengemeinschaft zusammen, lernen die Kinder eine neue Art von Unabhängigkeit kennen und erleben, was es bedeutet, Verantwortung für sich selbst und die Mitschülerinnen und Mitschüler zu übernehmen.

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Berufspraktika: ab der 5. Klasse - Schule vor Ort

Damit unsere Schülerinnen und Schüler schon möglichst früh einen authentischen Einblick in die Berufswelt erhalten, absolvieren sie ab der 5. Klasse jedes Jahr ein einwöchiges Praktikum in einer Einrichtung ihrer Wahl. Die dabei anzufertigenden Tagesberichte helfen ihnen, ihre Eindrücke zu reflektieren.

Dies soll die spätere Berufswahl erleichtern und den Jugendlichen Einblick in betriebliche Strukturen ermöglichen. Das Praktikum wird von den Pädagogen vorbereitet und begleitet. Die Schüler schreiben eine Bewerbung, erstellen eine detaillierte Praktikumsmappe, verfassen reflektierte Tagesberichte und lernen in ungewohnter Umgebung selbstbewusst aufzutreten und sich zu behaupten.

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Facharbeiten: 6. und 8. Klasse

Im Laufe ihrer Schullaufbahn erstellen unsere Schülerinnen und Schüler zwei Jahresabschluss-Arbeiten:

Die "Kleine Arbeit" der 6. Jahrgangsstufe

  • Die Schülerinnen und Schüler können in der Gruppe oder mit einem Partner eine gemeinsame Arbeit erstellen.
  • Sie suchen sich einen Mentor, der sich auf diesem Gebiet auskennt und sie berät.
  • Die Arbeit kann handwerklicher, musischer, künstlerische oder literarischer Art sein.
  • Ist der Schwerpunkt der Arbeit praktischer Natur, muss eine schriftliche Dokumentation der Arbeit begleitend erstellt werden.
  • Die schriftliche Arbeit muss in Ausführung und Gestaltung formellen Vorgaben (u.a. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis einschließlich Gliederung, Zitat- und Quellenangaben, Bildnachweis) genügen.
  • Die Arbeiten werden zum Ende des Schuljahres den Eltern und Familienangehörigen präsentiert.
  • Die Schüler erhalten von einem vorher bestimmten Gremium eine Urkunde oder sonstige Auszeichnung.

Die "Große Arbeit" der 8. Jahrgangsstufe

  • Jeder Schüler wählt sich ein Thema seines Interesses für seine große Montessori-Abschlussarbeit.
  • Die Arbeit soll alleine erstellt werden, wobei ein selbst gewählter Mentor, der sich in diesem Gebiet auskennt, die Arbeit beratend begleiten soll.
  • Die Arbeit kann handwerklicher, musischer, künstlerische oder literarischer Art sein.
  • Ist der Schwerpunkt der Arbeit praktischer Natur , muss eine schriftliche Dokumentation der Arbeit begleitend erstellt werden.
  • Die schriftliche Arbeit muss in Ausführung und Gestaltung formellen Vorgaben (u.a. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis einschließlich Gliederung, Zitat- und Quellenangaben, Bildnachweis) genügen.
  • Die Arbeiten werden zum Ende des 8. oder zu Beginn des 9. Schuljahres speziell geladenen Gästen und Familienangehörigen präsentiert.
  • Die Schüler erhalten von einem vorher bestimmten Gremium eine Urkunde oder sonstige Auszeichnung.

Die "Große Arbeit" wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstellt und erfordert große Selbstdisziplin, Eigenverantwortung und die Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten.

Mit dem Anfertigen dieser Abschlussarbeit und der Präsentation qualifizieren sich die Schülerinnen und Schüler für das innerschulische Montessori-Diplom. Mit diesem „Diplom“ dokumentiert ihnen die Schule, dass sie selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten können und in der Lage sind, ein umfangreiches Thema zu erfassen und strukturiert zu bearbeiten.

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